#4 Einfaches Budget in vier Schritten

Kennst du die Budgetberatung Schweiz? Nein? Nicht schlimm. Wir schauen die Grundsteine eines Budgets gemeinsam an und gehen die einzelnen Positionen durch. Ein Budget ist eine Übersicht sämtlicher Einnahmen und Ausgaben in einem bestimmten Zeitraum. Der Zeitraum sollte nicht zu kurz und nicht zu lang gewählt werden. Sofern du ein monatliches Gehalt erhälst, ist es sinnvoll ein Monatsbudget zu erstellen. Dennoch dürfen die jährlichen Kosten dabei nicht vergessen gehen.

Schritt 1

In einem ersten Schritt versuchen wir an alle Ausgaben zu denken, die in einem Jahr anfallen können. Diese teilen wir bereits einer Kategorie zu. Wenn sie bereits bekannt ist, wie hoch die Ausgabe sein wird sind es fixe Kosten. Falls der Betrag zurzeit nicht bekannt ist, sind es variable Kosten.

Fixe Kosten
  • Wohnungsmiete
  • Krankenkasse
  • Autoversicherung, Strassensteuer
  • Hausratsversicherung
  • Handy, Internet, TV
  • Steuern
  • Projekt (Hochzeit, lange Reise etc.)
  • Bildungskosten (Kurse, Uni etc.)
  • Vermögensaufbau
Variable Kosten
  • Nahrungsmittel
  • Restaurantbesuche
  • Benzinkosten
  • Arztbesuche
  • Zahnarzt und Denalhygiene
  • Kleidung
  • Unterhaltung (Konzert, Kino etc.)
  • Sommerferien, Skiweekend
  • Rückstellung für unvorhergesehenes
Schritt 2

Nachdem wir nun (hoffentlich) an alle anfallenden finanziellen Verpflichtungen gedacht haben, müssen wir den Zeitraum beachten. Einige Kosten sind monatlich widerkehrend, einige jährlich. Einige Kosten kennen wir genau, bei anderen kennen wir die Höhe und den Zeitpunkt noch nicht (bspw. Gesundheitskosten). Das heisst wir müssen sämtliche Kosten auf das Monatsbudget umrechnen. Jährliche Zahlungen werden durch 12 gerechnet, schon ist der monatliche Betrag klar.

Bei variablen Kosten ist eine Annahme zu treffen. Dabei können Durchschnitte aus den vergangenen Jahren oder eine eigene Maximalgrösse definiert werden.

Schritt 3

Jetzt kennen wir alle Ausgaben die uns in einem Jahr erwarten und wissen, was uns diese pro Monat kosten. Diese Ausgaben teilen wir unterschiedlichen Kategorien oder Konti zu. Dies kann virtuell (im Kopf oder besser schriftlich) auseinandergehalten werden. Dies funktioniert bei den wenigsten Leuten. Besser ist deshalb verschiedene Konti oder auch Unterkonti zu nutzen – je nach Bank die du verwendest. Wir schauen uns ein 6-Kontenmodell an. Denkbar sind auch nur 2 oder 3, aber auch 7 und mehr.

Die Überschrift beschreibt den Kontotitel (der auch anders gewählt werden kann), die zweite Zeile den Zweck und die Dritte enthält Beispiele. In der letzten Zeile ist ein Beispielbetrag bei einem netto Einkommen von CHF 4’000.- (angelehnt an die Budgetberatung Schweiz).

Bei der Betrachtung auf dem Handy empfehlen wir für die Tabellendarstellung das Querformat.

VermögenEiserne ReserveLebenskosten
Fixe SparquoteLangfristige Rückstellung für unvorhergesehenesUnverzichtbare Lebenshaltungskosten
– Sparkonto
oder
– Depot
oder
– Säule 3a
Ziel 1: Krankheitsrisiko (CHF 1’000.- bis CHF 3’200.-)
Ziel 2: Eine gesamte Monatsausgabe
Ziel 3: Mehrere Monatsausgaben
– Wohnungsmiete
– Krankenkasse
– Steuern
– Mobilität, Kommunikation
– Strom, Wasser, Serafe
– Arzt, Zahnarztkosten
CHF 400.-CHF 100.-CHF 2’440.-
HaushaltKonsumsparenFrei verfügbar
Monatliche essentielle AusgabenSparbetrag für Konsum«Sackgeld»
– Nahrungsmittel
– Putzmittel, Entsorgungen
– Verbrauchsmaterial
– Körperpflege
– Sommerferien
– Neues Auto
– Projekte (bspw. Hochzeit, lange Reise etc.)
– Restaurantbesuche
– Kino, neues Buch
– Kleider, Schuhe
– Coiffeur
CHF 470.-CHF 220.-CHF 370.-

Bei dieser Zuteilung handelt es sich um ein Beispiel und es ist nicht vollständig. Alle deine Ausgaben, die du unter Schritt 1 aufgelistet hast, sollten sich im Budget bei Schritt 3 wiederfinden. Wo genau du diese unterbringst und welche Prioritäten du bei deinen Finanzen (und in deinem Leben?) setzt, ist nur DIR überlassen.

Schritt 4

«Auch der längste Marsch beginnt mit einem ersten Schritt», soll Laotse einmal gesagt haben. Du hast bereits drei Schritte zurückgelegt. Nun gilt es den vierten zu gehen. Die Umsetzung. Das beste Budget nützt nur, wenn es umgesetzt wird. Sich an die gestecken Ziele zu halten, erfordert Fleiss, Disziplin, harte Arbeit. Eine Erleichterung ist die Automatisierung und den Fokus auf dich. Du sollst dich zuerst bezahlen, erinnerst du dich noch an eisern sich selbst bezahlen? Genau. Die Lebenskosten sind auch unverzichtbar. Auch der Haushalt. Was ist also verzichtbar? Vielleicht das Konsumsparen, sicher aber das frei verfügbare «Sackgeld».

Damit du dein Budget umsetzen kannst, erleichtern dir Automatisierungen das Leben. Einerseits verringert es deinen Aufwand, andererseits hilft es deiner Psychohygiene: Du muss nicht mehr daran denken.
Ein Beispiel: Am 25. jedes Monats erhältst du dein Einkommen auf das Lohnkonto. Am 26. gehen mittels Daueraufträgen die Beträge fürs Vermögen, die Reserve, die Lebenskosten und den Haushalt auf die vorgesehenen Konti. Am 27. wird der Konsumsparbetrag abgebucht und ab diesem Zeitpunkt ist das übrig gebliebene auf dem Lohnkonto dein «Sackgeld». So geht das.

Emotionsecke

Hast du bemerkt, dass wir in der Zwischenzeit duzis sind? In den ersten drei Blogbeiträgen haben wir uns gesietzt. Wir finden das etwas persönlicher. Du auch? Wenn nein, dann schreib uns bitte unten einen Kommentar.

Ein gutes Gefühl, Ordnung in die eigenen Finanzen zu bringen – oder? Diese wichtigen Basisaufgaben können inspirierend wirken für Optimierungen bei den persönlichen Finanzen und weitere Neugier wecken. Wir freuen uns mit dir, dass du dich auf den aufregenden Pfad der finanziellen Selbstbestimmung begibst. Viel Erfolg weiterhin!

Praxis-Hack

Es gibt diverse Neo-Banken in der Schweiz, welche sich von traditionellen Banken dadurch abheben, dass die Kontoführung einerseits gratis ist und andererseits komplett digital funktioniert. Also ausschliesslich am Handy. Der grosse Vorteil gegenüber herkömlichen Bankkonti: Du hast gratis Unterkonti à gogo. Damit ist eine Automatisierung deines Budgets und die Umsetzung eines Mehrkontenmodells sogar kostenlos.
Wir haben drei Anbieter mit Schweizer Einlagensicherung (bis CHF 100’000.-) getestet und für gut befunden. Falls du ebenfalls einen der folgenden Anbieter ausprobieren möchtest, kannst du gerne unseren Empfehlungscode nutzen. Dadurch erhältst du einen Startbonus auf dein Konto, und wir ebenfalls. Wir unterstützen uns also gegenseitig.

YUH ist eine Kooperation von PostFinance und Swissquote. Die Unterkonti heissen «Projekte», Zahlungskonti sind in verschiedenen Währungen vorhanden, eBill funktioniert, gratis Debit Mastercard, ein gratis Bargeldbezug pro Woche. Hier gehts lang: Link. Dies ist unser Empfehlungscode: whale1

Zak ist ein Digitalisierungsprojekt der Bank Cler. Die Unterkonti heissen «Töpfe», eBill funktioniert, gratis Visa Debitcard, Bargeldbezug nur bei Bank Cler gratis. Hier gehts lang: Link. Dies ist unser Empfehlungscode: MY5TP5

neon ist eine Bankpartnerin der Hypothekarbank Lenzburg. Die Unterkonti heissen «Spaces», eBill funktioniert, gratis Debit Mastercard, zwei gratis Bargeldbezüge pro Monat, sehr attraktive Umrechnungskurse im Ausland. Hier gehts lang: Link. Dies ist unser Empfehlungscode: VTBW8Y

Weitergehende Infos über Neo-Banken vom unabhängigen Portal Moneyland: Link.

Aus Gründen der Transparenz: Bei YUH erhalten wir beide je einige Swissqoins (eigene YUH-Währung, die wenig Wert hat) sofern du CHF 500.- auf dein neu eröffnetes Konto überweist, bei ZAK erhalten wir beide je CHF 25.- sobald du das konto eröffnet hast und bei Neon erhalten wir beide je CHF 10.- sobald du «etwas Geld» auf dein neues Konto überwiesen hast (was auch immer das heissen mag..). Stand Februar 2023.
Du siehst, wir werden dadurch beide nicht reich. Aber: Jeder Franken zählt! 🙂

Kurzgefasst
Ein Budget zu erstellen ist Arbeit, dieser Beitrag kann eine Inspiration dafür sein, wie es gemacht werden kann.

Es müssen innerhalb eines Monats und innerhalb eines Jahres alle Kosten bekannt sein oder geschätzt werden. Diese werden zusammen gezählt und auf jeden Monat verteilt. Wenn alle Ausgaben eingeplant sind und das Einkommen höher ist, ergeben sich Nettoeinnahmen. Die Nettoeinnahmen können für den Vermögensaufbau und fürs Konsumsparen eingesetzt werden.

Quellen: Budgetberatung Schweiz, Der reichste Mann von Babylon, Finanz Fabio


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