#2 Einkommen ≠ Vermögen

Du bist eine angesehen Ärztin um die 55 Jahre und hast deshalb ein hohes Vermögen? Du bist ein 35 Jahre alter Bäcker, verdienst wenig und hast kein Vermögen oder gar Schulden? Du denkst: «Nur wenn ich viel verdiene, werde ich auch reich?»

FALSCH GEDACHT!! Unser Einkommen sagt nichts über unser Vermögen aus. Es sind zwei verschiedene paar Schuhe.
Es kann sein, dass die erfolgreiche Ärztin keine finanzielle Bildung genoss und sämtliches Geld immer gleich ausgibt. Ende Monat ist sie froh, wenn sie ihren Lohn erhält – da ihr Geld aufgebraucht ist.
Es kann sein, dass der wenig verdienende Bäcker seit der Lehre jeden Monat 10% seiner Einnahmen spart und keine Schulden hat – in 15 Jahren hat er bereits ein Nettovermögen von einer viertel Million. Wir werden diese zwei paar Schuhe nun in zwei Spalten kennen lernen:

Einnahmen / CashflowVermögen / Bilanz
EinkommenVermögenswerte
– Ausgaben– Verbindlichkeiten
= netto Einnahmen
(positiver oder negativer Cashflow)
= netto Vermögen
(Reinvermögen, net worth)

Viele mögen denken, dass diese Tabelle trivial, ja gar banal ist. Eigentlich stimmt es auch. Und doch funktioniert der Vermögensaufbau nur, wenn diese zwei Dinge auseinander gehalten werden.

Viele Leute sparen für die nächsten Ferien, fürs erste selbstfinanzierte Auto, für die Hochzeit oder fürs nächste iPhone. Für diese tollen Dinge zu sparen ist schön und lobenswert. Der Punkt ist: Es sind Konsumgüter. Und keine Vermögenswerte. Auch das lang ersehnte neue iPhone wird in einigen Jahren bereits wieder alt sein, auch das neue Auto wird schon in zwei Jahren einen grossen Wertverlust erlitten haben.

Tricksen wir uns nicht selbst aus: Wir müssen für unterschiedliche Sachen Geld auf die Seite legen und dafür Konsum und Vermögen (mindestens gedanklich) trennen.

Emotionsecke

Will ich überhaupt Vermögen aufbauen? Wieso soll ich mir das antun? Mir ist Geld egal.

Dass Ihnen Geld egal ist, kann sein. Wenn Sie asketisch leben, dauerhaft in einem Kloster wohnen oder Multimillionär:in sind. Warum nur in diesen Fällen?
Zugegeben, es ist nicht abschliessend. Dennoch ist bei wohl 99% der Menschen Geld eine knappe Ressource, die für alles Mögliche benötigt wird. Um Essen zu beschaffen, um an der Wärme zu wohnen, für die Gesundheitskosten.

Wenn einem Geld egal ist, kann dies auch auf eine Verdrängungsstrategie hindeuten. Gekoppelt an Emotionen wie Minderwertigkeit im Vergleich mit Anderen oder Enttäuschung aufgrund vergangener Erfahrungen. Es kann sein, dass einem die Wirtschaft oder der Gedanke an reiche Leute anwidert oder tief in einem Versunken auch Neid versteckt ist.

Falls Sie einigen dieser negativen Emotion verfallen sind, dann regen wir gerne zum Nachdenken an:

Wir können also Geld in sämtliche Versicherungen stecken, die wir kennen (da sind wir Schweizer:innen gut!) und sind finanziell abgesichert. Wir können auch nur die nötigsten Versicherungen abschliessen und sämtlichen Überschuss in unser Vermögen stecken. Dieses Sicherheitsnetz hat auch eine hohe psychologische Wirkung: Reduktion von Ängsten, Förderung von Optimismus, Zufriedenheit und Dankbarkeit.

Bei der Entscheidung über die Annahme ihres nächsten Jobs: Ist der gute Lohn in Firma A massgebend oder die erfüllende Tätigkeit in Firma B? Vermögende entscheiden sich eher für Firma B. Warum? Weil sie finanziell bereits unabhängig oder unabhängiger als früher sind und sich auf die Wichtigen Sachen im Leben konzentrieren können: Erfüllende Tätigkeiten.

Der Wohlstand ist selbsterklärend – und auch freiwillig. Die Zukunftssicherheit ist ein grosses Thema in der Gesellschaft und der Politik. Reicht AHV und PK für meine Zeit, wenn ich weniger Energie habe um zu arbeiten?

Vermögensaufbau hat somit etwas befreiendes. Etwas emanzipatorisches. Wir dürfen Selbstsicherheit ausstrahlen im Umgang mit Geld, dürfen Dankbarkeit zeigen, dürfen stolz und zufrieden sein, mit der Entscheidung für uns selbst zu sorgen.

Kurzgefasst
All unsere Einkommen minus all unsere Ausgaben ergeben unsere Nettoeinnahmen. Diese Nettoeinnahmen können zum Vermögensaufbau benutzt werden, oder sie können für Konsum ausgegeben werden.

All unsere Vermögenswerte minus all unsere Verbindlichkeiten ergeben unser Nettovermögen (Reinvermögen, net worth).

Es liegt an uns, wie wir unsere Nettoeinnahmen verwenden. Die Höhe unseres Einkommens sagt nichts über unser Vermögen aus.

Je höher unser Vermögen, desto höher ist unsere finanzielle Sicherheit, unsere finanzielle Unabhängigkeit, unser Wohlstand und unsere Zukunftssicherheit.

Quellen: Rich Dad Poor Dad


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