#8 Mein wirtschaftlicher Wert

Dieser Beitrag soll ein kurzer werden. Mit dem Ziel, ein Gefühl für den wirtschaftlichen Wert einer Person zu erhalten. Es geht um das Humankapital, im Englischen auch human resources oder human assets genannt. Das Humankapital besteht aus zwei Komponenten, die wir genauer betrachten:

Qualitativ

Unter das qualitative Humankapital fallen alle Eigenschaften einer Person, die eine wirtschaftliche Relevanz haben. Wie gut ist die Person ausgebildet, welche Weiterbildungen hat sie besucht, welche Erfahrungen gemacht, welche Sozialkompetenzen und emotionale Intelligenz hat eine Person.

Quantitativ

Das quantitative Humankapital beschreibt eine Zeitdauer, die eine Person der Wirtschaft zur Verfügung steht. Lapidar hat eine 20-jährige Person noch 45 Arbeitsjahre vor sich, eine 55-jährige hingegen noch 10 bis zum ordentlichen Rentenalter.
(Auch eine 40-jährige Person hat noch 10 Arbeitsjahre vor sich, falls sie beabsichtigt mit 50 Jahren in Frühpension zu gehen.)

Der quantitative Aspekt (Zeit) kann sehr genau prognostiziert werden, der qualitative Aspekt (Eigenschaften) ist prognostisch sehr schwierig zu beziffern. Dabei ist der «Kann» und der «Ist» Wert zu unterscheiden. Wir schauen drei fiktive Personen bezüglich ihres Humankapitals genauer an:

Erst wenn nun alle drei Personen mit 65-jährig pensioniert werden, können wir rückblickend genau beziffern, wie hoch das Humankapital der Personen war. Was denkst du, wie hoch die Beträge ausfallen?

Der Einfachheit halber gehen wir von 13 Nettogehältern aus. Die drei Personen haben somit in ihrem gesamten Leben ein Totaleinkommen wie folgt erwirtschaftet:

Die Beträge sind nicht unglaublich weit voneinander entfernt. Wir sehen also, dass es auf beide Dimensionen ankommt. Einerseits auf die Qualitäten / Eigenschaften einer Person und andererseits auf die Quantität / Zeit, die eine Person der Wirtschaft zur Verfügung steht.

Emotionsecke

Es ist ganz klar, dass wir hier nur über die wirtschaftliche «Qualität» einer Person sprechen. Ein Mensch hat ganz viele Facetten, die in der Wirtschaft (leider) nicht alle abgebildet werden. So sind einige Berufe massiv unterbezahlt (bspw. Pflege, Betreuung etc.) und andererseits bestehen nach wie vor Diskriminierungen (bspw. aufgrund Geschlecht, Nationaltität etc.). Auch ist weiterhin die Care-Arbeit in weiten Teilen komplett unbezahlt. Also wirtschaftlich uninteressant. Aber würde unsere Gesellschaft funktionieren, unsere Wirtschaft profitabel sein, wenn all die Mamis, Papis, Schwiegereltern, Grosis etc. unseren Nachwuchs nicht hüten, betreuuen und erziehen würden? Nein.

Aus diesem Grund müssen wir ganz klar zwischen wirtschaftlichem, gesellschaftlichem und persönlichem Wert einer Person unterscheiden. Hier haben wir nur über den wirtschaftlichen Wert gesprochen. Aber: Jeder Mensch ist wertvoll, egal wie viel er:sie erwirtschaftet.

Und weiter: Unser Leben soll zufrieden, glücklich und erfüllend sein. Das Geld ist nur ein Teil davon. Wenn sich Person A nun eben dafür entschieden hat, die Arbeit bei Mindestlohn anzunehmen, weil sie die Arbeit gerne macht und weil sie keine Verantwortung hat und bei Feierabend wirklich gedanklich frei ist, dann ist das eine wunderbare Entscheidung! Entscheidungen sind gut, wenn sie bewusst getroffen werden. Das Konzept des Humankapitals soll helfen, bewusste Entscheidungen zu treffen, und uns nicht Druck aufbürden.

Kurzgefasst
Das finanzielle Humankapital berechnet sich aus der Dauer, die eine Person der Wirtschaft zur Verfügung steht (quantitativ) sowie aus dem Einkommen, das eine Person von der Wirtschaft für ihre Arbeitstätigkeit erhält (qualitativ).

Also können wir sagen, dass je besser qualifiziert und je länger wir arbeiten, desto höher ist das Humankapital. Dieses kann erst im Nachhinein genau definiert werden.

Ein Fazit daraus: Es lohnt sich, in Bildung zu investieren. Denn dadurch erhöht sich der Wert der Person für die Wirtschaft.

Quellen: Rich Dad Poor Dad


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